Shops für Couch Commerce optimieren
Daniel Marx
Tablets erobern den Massenmarkt. Wurde das erste iPad bei seiner Vorstellung vor 3 Jahren von vielen noch als überflüssiges Bindeglied zwischen Smartphone und Laptop abgetan, hat es sich in kürzester Zeit zum Massenphänomen etabliert. Im November hatte beinahe jeder zehnte österreichische Haushalt und knapp 13% Prozent der Deutschen Bundesbürger ein Tablet. Tendenz steigend. Und spätestens die Nachfrage während des Weihnachtsgeschäfts 2012 hat gezeigt, dass die Nachfrage ungebremst bleibt. Noch dazu wo die wachsende Konkurrenz, allen voran Google mit seinen günstigen Nexus-Geräten die Preise auf dem Tablet-Markt deutlich drückt. Vor allem auch ältere Semester legen sich die leicht zu bedienenden Geräte zu.
Tablet-Commerce ist nicht gleich mobile Commerce
Vor allem ersetzen die Tablets das Notebook als privates Freizeitgerät, mit denen in erster Linie Medien konsumiert oder im Internet gesurft wird. Vor allem scheint das Tablet aber für eines besonders prädestiniert zu sein: für Online Shopping. Nicht mehr länger sitzt man dafür am Schreibtisch oder hat das schwere Notebook auf dem Schoss. Stattdesssen lümmelt man sich auf die Couch und nutzt den Tablet-PC für das Einkaufen im Netz. Einen eigenen Namen hat das Phänomen auch schon: Couch-Commerce, Sofa-Comerce oder Tablet-Commerce folgt in der “Post-PC Commerce Era” dem Mobile Commerce.
Das Magazin ECommerce Lounge zeigt, warum man Tablet-Nutzer und Smartphone-Nutzer nicht zusammen in den großen Topf mobile Commerce werfen sollte, sondern sich eine eigene Strategie für Tablets überlegen sollte. Tablets haben höhere Conversionraten, User kaufen länger ein und geben mehr aus. Shop-Betreiber sollten allein deshalb neu überdenken, wie sich ein Einkauf mit dem Tablet in ihren Shops abspielen soll.
Und wer meint, das Tablet sei doch vor allem ein Gerät für unterwegs, dem sei gesagt: 98% der Tablet-Besitzer in Österreich nutzen ihr Tablet auch zuhause und nur 37% nutzen es unterwegs.
Wer will schon für jeden Shop eine eigene App auf seinem Tablet
Und weil das Einkaufen ja Spass machen soll, sollten Betreiber von Online Shops darauf achten ihre Seiten für die Nutzung durch iPad & Co anzupassen. Eine eigene App macht meistens wenig Sinn. Denn wer ist schon bereit für jeden Shop den er besuchen will gleich eine eigene App auf sein Gerät zu laden? Stattdessen ist es sinnvoller die Darstellung der Website zum Beispiel mit Responsive Web Design zu optimieren oder durch das Einstellen einer eigenen Version für Tablets zu reagieren. Auktionsriese Ebay etwa zeigt wie es geht.
Der mobile Blog bloombargo nennt einige Punkte, wie ein Shop für die Tablet-Nutzung angepasst werden sollte. Alles dreht sich um Nutzbarkeit, Usability und User Experience.
An erster Stelle sollte natürlich stehen, dass die Bedienbarkeit mit Fingern und Gesten wie wischen und mit den Fingern zoomen überall gegeben ist.
Das heißt oft auch, dass Navigation und größere Buttons mehr Platz auf dem Bildschirm wegnehmen. Deshalb müssen die Inhalte aufs Notwendigte reduziert werden. Sowieso wird dazu geraten bei der Produktpräsentation mehr auf Bilder zu setzen, nicht nur weil sie mehr zum Kauf verleiten, sondern auch weil es ästhetisch zum “schönen Gerät” Tablet passt. Außerdem darf natürlich nicht vergessen werden eventuell vorhandene Flash-Elemente zu eliminieren, weil etwa Apples iPad, noch immer Marktführer, Flash nicht unterstützt.
Couch Commerce bedeutet also für Anbieter vorbereitet zu sein auf neue Geräte abseits des Desktops und auf die neuen Arten der Nutzung die diese mit sich bringen. Schlussendlich muss Internet Shopping auf Tablets noch einfacher und intuitiver werden.