Google interessiert nun der Browserverlauf

Daniel Marx & Thomas Kloos

Daten bringen Geld: Google greift nun bei Chrome auch nach Informationen aus dem Browserverlauf, um noch besser personalisierte Werbung ausspielen zu können. Doch die User können sich davor schützen.

Seit März dieses Jahres ist Google Chrome der weltweit am meisten verwendete Desktop-Browser mit fast 49 Prozent Marktanteil.Doch wer beim Surfen durch das Netz auf Chrome setzt, muss in Zukunft damit rechnen, dass der Suchmaschinenriese die Daten aus dem Browserverlauf heranzieht, um noch gezielter personalisierte Werbung auszuliefern.
Schon jetzt nutzt Google unzählige Daten, angefangen vom Standort der User, über persönliche Angaben wie Alter und Geschlecht bis hin zu besuchten Websites, um dem User personalisierte Werbung auszuspielen. Das geschieht nicht nur auf der Google Suche selbst, sondern auch auf anderen Google Plattformen und Diensten, wie YouTube, Gmail und im Google Display Netzwerk, in dem viele Seiten ihre Werbeflächen über Google verkaufen.

Google will den Browserverlauf bei Chrome auslesen

Jedenfalls hat man bei Google die Datenschutzbestimmungen für die Nutzung von Chrome schon Ende Juni so angepasst, dass zukünftig der Verlauf für Werbezwecke analysiert werden darf.

Neben der History besuchter Websites spricht Google dabei auch von Downloads, Cookies, Addons, und gespeicherten Websitedaten, Passwörtern und Formularfeldern. Was dabei konkret für maßgeschneiderte Werbung verwendet werden kann bleibt offen.

Noch gilt das aber lediglich für User, die Chrome über ihr Google Konto synchronisieren und außerdem der Analyse ihres Browserverlaufs in den Einstellungen ausdrücklich zustimmen (Opt-In Verfahren).

Google setzt normalerweise auf Opt-Out

Ob es aber auf lange Sicht beim Opt-In, also dem freiwilligen Teilen des Verlaufs mit Google bleibt ist fraglich. Denn normalerweise ermöglicht es Google zwar aus dem Tracking und der Anzeige interessensbezogener Werbung auszusteigen, aber dazu muss man eben aktiv handeln (Opt-Out Verfahren).

Dabei setzt Google auf das psychologische Phänomen des Default-Effekt: der Großteil aller Nutzer belässt Einstellungen in der Regel so, wie sie „ab Werk“ von Google kommen.

Wer aus der interessensbezogenen Werbung aussteigen will, findet die Einstellungen hier.

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