Start-Up Pinterest: Share Things you love
Daniel Marx
Seit einiger Zeit hat sich zu den Größen der Social Media wie Facebook, Twitter & Co ein weiteres Schwergewicht hinzugesellt. Das Start-Up Pinterest ist innerhalb kürzester Zeit in den USA zur drittgrößten Social Media-Plattform geworden, die nun auch in Europa enorme Zuwachsraten verzeichnet.
Pinterest ist ein Neologismus aus „pin“ (etwas anheften) und „interest“ (Interesse), was im Grunde auch schon Sinn und Zweck der Plattform erklärt. Interessante Inhalte, und das sind hier ausschließlich Bilder und Videos auf eine Pinnwand zu heften und mit anderen zu teilen.
Um sich anzumelden braucht man einerseits noch immer eine Einladung, andererseits einen Account auf Facebook oder Twitter.
Hat man dann tolle Bilder und Videos oder stolpert beim surfen durchs Netz auf solche können diese mit anderen geteilt werden indem man sie auf die eigene digitale Pinnwand heftet.
Das funktioniert entweder durch altmodisches Hochladen oder durch die Nutzung des „Pin It“ Buttons den man einfach in seinen Browser ziehen kann. Mit diesem kann man dann recht unkompliziert gefundene Web-Schmankerl auf seine Pinnwände (Boards) pinnen.
Diese Boards sollen dann wenn möglich einer Kategorie (Wohnen, Reisen, Essen,…) zugeordnet werden.
Gefällt ein Bild oder Board kann man anderen Usern oder ihren einzelnen Boards folgen, ihre Bilder liken oder mit dem „Repin“-Button auf einer eigenen Pinnwand teilen.
Eine Besonderheit der schlicht gehaltenen Plattform ist sicherlich, dass sie die Mehrheit der Nutzer Frauen sind. Das zeigt sich auch bei den Fotos. Klickt man sich ein wenig durch Pinterest fällt auf das vor allem schöne, ästhetische Fotos gepinnt werden. Sonnenuntergänge, Kleidung, Schuhe, Möbel, die obligatorischen Katzenbilder und vor allem: Essen.
Urheberrecht
Teilen von fremden Inhalten – und der Großteil der Bilder auf Pinterest sind nicht die eigenen – bringt natürlich auch Probleme mit dem Urheberrecht mit sich. Mit dem Pinnen von fremden Bildern begehen Pinterest User Copyrightverletzungen.
Pinterest fordert seine User zwar auf keine Bilder ohne Quellenangabe zu teilen und Copyright Verletzungen zu melden. Daneben wird ein Metatag für die eigene Website angeboten. Diesen eingebunden können Bilder der Seite dann nicht mehr über den „Pin It“-Button gepinnt werden.
Inwiefern diese Maßnahmen aber wirksam sind bleibt fraglich. Und auch auf Seiten der Urheber auf die Verletzungen reagiert wird bleibt wie so oft abzuwarten.
Pinterest als Traffic-Lieferant
Interessant ist Pinterest auf jeden Fall auch wegen seinem Potential zur Reichweitensteigerung. Pinterest ist schon jetzt ein enormer Traffic-Lieferant für Webseiten, da jedes Bild mit der Ursprungsseite verlinkt ist. Und jeder Repin steigert die Reichweite. Dabei lockt Pinterest schon mehr User auf verlinkte Seiten als Twitter.
Die Einbindung möglichst qualitativer und ästhetischer Fotos in den eigenen Webauftritt dürfte in Zukunft also noch interessanter werden, wohl vor allem für Online-Shops die ihre Produkte und damit gleich die Links zum Shop viral durch die User auf Pinterest (ver)teilen lassen.
Zwar hat Pinterest schon versucht ungefragt User-Bilder mit den abgebildeten Produkten bei Amazon zu verlinken. Was aber zu einem Aufschrei bei den Usern führte. Wenn die User aber selbst die Fotos von Anbietern pinnen könnte das anders sein. Und auch Marken selbst können ihre Produkte auf Pinterest zu teilen. Dabei können sie sogar ein Preisschild an ihr Produkt-Pin hängen, was aber die Wahrscheinlichkeit des Repins drastisch verschlechtert.
Ein konkretes Geschäftsmodell ist, wie bei so vielen Social Media Diensten noch nicht in Sicht, Werbung gibt es auf Pinterest keine.
Ob sich Pinterest auf lange Sicht halten kann und weiter große Zuwachsraten verbuchen kann oder ob der Hype wieder abklingt werden wir in Zukunft sehen. Potential wäre auf jeden Fall vorhanden und sicherlich bietet es auch für Werbewirtschaft & Co interessante Möglichkeiten.