Bing sucht mehr Einfluss
Daniel Marx
Dass Microsoft in seine Suchmaschine bing seit kurzem auch das soziale Netz stärker einbindet, darüber haben wir an dieser Stelle schon einmal geschrieben. Wer mit bing sucht und gleichzeitig bei Facebook eingeloggt ist, bekommt zu den herkömmlichen Ergebnissen auch Freunde vorgeschlagen, die aufgrund der Angaben in ihren sozialen Netzwerken weiterhelfen könnten. Aber nicht nur die eigenen Freunde, auch Experten zum jewiligen Thema werden vorgeschlagen.
Mit einem strategischen Investment beim Ranking-Dienst klout macht Microsoft jetzt den nächsten Schritt.
Rankingdienst für Online-Reputation
Da aber viele vielleicht gar nicht wissen was klout eigentlich ist, hier eine kurze Zusammenfassung:
In Europa immer noch relativ unbekannt versucht der Social Media Dienst klout den Einfluss der Nutzer des Social Webs messbar zu machen. Durch die Analyse der Aktivitäten auf den wichtigsten Social Media Plattformen – von Facebook bis zum WordPress-Blog – versucht der klout-Algorithmus einen Wert zu errechnen der den Einfluss der Person in der Online-Welt angeben soll. Je höher dieser “Klout-Score” – er kann zwischen 0 und 100 liegen – desto besser.
Nach Vorstellung der Gründer soll ein hoher klout-score schon bald Vorteile in der realen Welt bringen. Zum Beispiel die Möglichkeit schnelleren Eincheckens am Flughafen oder Zimmer-Upgrades in Hotels.
Der Dienst ist dabei durchaus nicht unumstritten. Der Hauptkritikpunkt ist, dass der Dienst nur die Quantität der Aktivitäten im Netz misst, und nicht die Qualität.
Daneben gibt es Einwände das eben nur die „Netz-Reputation“ festgestellt werden kann, realer, analoger Einfluss aber zu wenig in das Ranking einfließe. So war bis zu einer Korrektur des Algorithmus vor kurzem noch Justin Bieber einflussreicher als Barack Obama gelistet.
Auch, dass der Dienst jedem, der über ein soziales Netzwerk mit einem aktiven klout-Nutzer verbunden ist, ein eigenes Profil anlegt und einen klout-score berechnet, stößt vielen bitter auf.
Durch das Einbinden von klout in bing will man bei Microsoft nun versuchen die Auswahl an kompetenten Freunden und Experten weiter zu verbessern. Ist man beim Suchvorgang eingeloggt, soll man bei den vorgeschlagenen Personen oder Marken auch gleich ihren klout-score sehen und damit auf ihre Online-Reputation schließen können. Zunächst wird dieser Service allerdings nur für bing-Nutzer in Nordamerika zur Verfügung stehen.
Auch Google bewertet Personen
Der große Konkurrent Google hat natürlich mit dem Google AuthorRank ein Tool, das ähnlich funktioniert. Autoren von Inhalten im Netz werden dabei aufgrund ihrer Aktivitäten und der erhaltenen Feedbacks bei Google+ , des PageRanks der Seite, auf denen Inhalte veröffentlicht wurden und natürliche anderen Aktivitäten im Netz benotet. Je höher der AuthorRank des Autors eines Inhalts desto weiter vorne wird der Inhalt in den Suchergebnisen gereiht. Noch ist der AuthorRank nicht so wichtig, könnte aber beim SEO in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen.